Die Diffusion von Beschäftigungspraktiken zwischen Firmen

Teilzeitbeschäftigung hat – obwohl im internationalen Vergleich bereits sehr stark verbreitet – in der Schweiz in den letzten Jahren rapid zugenommen. Die betriebliche Nachfrage nach Teilzeit-Arbeitskräften, welche bisher nur selten untersucht wurde, ist dramatisch und ungewöhnlich angestiegen. Seit 1990 ist der Anteil der Stelleninserate für „Fast-Vollzeit-Stellen“ (80-95%) von beinahe null auf 8 Prozent gewachsen und liegt aktuell höher als der Anteil der Inserate für Standard-Teilzeitstellen, welcher von 11 Prozent auf weniger als 8 Prozent gesunken ist (Stellenmarkt-Monitor (SMM)). In Kontrast dazu besetzen die meisten Teilzeit-Angestellten, auch neu eingestellte, eher eine Standard-Teilzeitstelle (14.3%) als eine Fast-Vollzeit-Stelle (8.0%) (Schweizerische Arbeitskräfteerhebung (SAKE) 2013). Der Vergleich zwischen dem raschen Anstieg von Fast-Vollzeit-Stellenausschreibungen und dem moderaten Anstieg von tatsächlich mit einem solchen Beschäftigungsumfang Angestellten führt unvermeidlich zu folgender Frage: Warum haben die Arbeitgeber eine solche überraschend aktive und beschleunigende Rolle in der Förderung von Fast-Vollzeit-Stellen übernommen? Ein sich so stark beschleunigender Trend deutet auf den Beginn eines Diffusion-Prozesses hin, in welchem Firmen Entscheidungen nicht nur aufgrund ihrer eigenen Situation treffen, sondern auch in Resonanz zueinander. Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt: (a) Welche Typen von Firmen als erste Fast-Vollzeit-Stellen angeboten haben; (b) warum andere Firmen dieses Verhalten übernommen haben; und (c) die Dynamiken, wie diese Praktiken sich ausgebreitet haben.