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Adecco Group Swiss Job Market Index (Job Index)

Quellen: KOF Konjunkturforschungsstelle (KOF-Beschäftigungsindikator), Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO; reales BIP), Stellenmarkt Monitor Schweiz (SMM; Adecco Group Swiss Job Market Index). Bemerkung: Ein Wert über 100 bedeutet ein Zuwachs beim Adecco Group Swiss Job Market Index und dem BIP, ein Wert unter 100 eine Abnahme gegenüber dem Basisquartal Q1 2008. Ein Wert des KOF-Beschäftigungsindikators über 100 bedeutet, dass mehr Firmen einen Stellenaufbau als einen -abbau planen. Liegt der Wert unter 100, überwiegt der geplante Stellenabbau.

Swiss Job Market Index Q2 2026: Schweizer Stellenmarkt bleibt verhalten, Berufsgruppen entwickeln sich unterschiedlich

Zürich 09. Juli 2026: Im zweiten Quartal 2026 verzeichnet die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem Vorquartal einen Rückgang von 2.4 Prozent, während das Stellenangebot im Vorjahresvergleich praktisch stabil bleibt (-0.2%). Der Berufsgruppenfokus zeigt deutliche Unterschiede: Gesundheitsberufe, Fachkräfte Handwerk und Industrie, aber auch Fachkräfte Büro und Informatikberufe verzeichnen einen Anstieg der ausgeschriebenen Stellen, naturwissenschaftliche, kaufmännische und wirtschaftswissenschaftliche Berufe hingegen Rückgänge. Dies zeigt der Adecco Group Swiss Job Market Index, die wissenschaftlich fundierte Studie der Adecco Gruppe Schweiz und des Stellenmarkt-Monitors Schweiz der Universität Zürich.

 

Der Schweizer Stellenmarkt verliert im zweiten Quartal 2026 erneut an Schwung. Gemäss dem Adecco Group Swiss Job Market Index ist die Anzahl offener Stellen sinkt gegenüber dem Vorquartal (Q1 2026) um 2.4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresquartal bleibt das Niveau nahezu stabil (-0.2% gegenüber Q2 2025). Der KOF-Beschäftigungsindikator deutet weiterhin auf eine zurückhaltende Einstellungsbereitschaft der Unternehmen hin.

Die Konjunkturaussichten für die Schweizer Wirtschaft bleiben im zweiten Quartal 2026 eingetrübt. Belastend wirken insbesondere der durch den Krieg mit dem Iran ausgelöste Erdölpreisschock, die höheren Energiepreise, die schwache Auslandsnachfrage sowie die erhöhte wirtschaftliche Unsicherheit. Während dienstleistungsorientierte Branchen, insbesondere Finanz- und unternehmensnahe Dienstleistungen, weiterhin stützend wirken, stehen die Exportwirtschaft und das verarbeitende Gewerbe unter Druck. Vor diesem Hintergrund zeigt sich auch der Arbeitsmarkt weiterhin schwach. Die Arbeitslosenquote lag im Mai 2026 bei 3 Prozent und damit deutlich über dem Niveau des Vorjahresmonats (+0.3 Prozentpunkte).

Marcel Keller, Country President der Adecco Gruppe Schweiz, zur Lage am Schweizer Stellenmarkt: « Der Job Index zeigt die anhaltende Schwächephase am Schweizer Stellenmarkt. Unternehmen stellen selektiver ein und reagieren spürbar auf die gedämpfte Konjunktur sowie die globale Unsicherheit. Gleichzeitig zeigt die Analyse der Berufsgruppen, dass der Bedarf an qualifizierten Fachkräften in zentralen Bereichen wie Gesundheit, Handwerk und Industrie weiterhin hoch ist. Eine spürbare generelle Belebung des Stellenmarktes lässt jedoch weiterhin auf sich warten. »

Berufsgruppenfokus: Konjunktur, Demografie und KI prägen die Nachfrage nach Berufen

Für die Analyse der prozentualen Veränderungen nach Berufsgruppen werden die Quartalsdaten auf Jahresebene aggregiert. Hierfür werden die vier Quartale vom 3. Quartal 2025 bis zum 2.

Quartal 2026 mit der entsprechenden Vorjahresperiode (Q3 2024-Q2 2025) verglichen. Durch die Aggregation werden kurzfristige saisonale Schwankungen ausgeglichen. Zudem wird dadurch eine fundiertere Einschätzung der Entwicklung einzelner Berufsgruppen ermöglicht, die angesichts zunehmender struktureller Veränderungen am Arbeitsmarkt, wie etwa durch die Alterung der Bevölkerung oder den technologischen Wandel durch Künstliche Intelligenz (KI) nötig ist.

Stellenmarkt in allen Sprachregionen leicht rückläufig

 Im Jahresvergleich (Q3 2025-Q2 2026 versus Q3 2024-Q2 2025) verzeichnet der Stellenmarkt in der Gesamtschweiz und in der Deutschschweiz einen Rückgang der offenen Stellen von je 1 Prozent. Die Lateinische Schweiz ist mit einem Rückgang von 2 Prozent stärker betroffen. Der Rückgang offener Stellen in der Deutschschweiz ist vor allem auf die Nordwestschweiz (BS, BL, AG) zurückzuführen, wo die Pharmaindustrie einen zentralen Wirtschaftszweig darstellt. Als eine der wichtigsten Stützen der Schweizer Exportwirtschaft sah sich die Branche 2025 und im ersten Halbjahr 2026 wiederholt mit der Androhung von US-Zöllen konfrontiert. Hinzu kommen angekündigte Kapazitätsverlagerungen mehrerer Pharmaunternehmen in die USA. Beides dürfte die Einstellungsbereitschaft am Schweizer Standort gedämpft haben. Hingegen ist der Rückgang offener Stellen in der Lateinischen Schweiz gleichermassen von der Südwestschweiz (GE, VD, VS, TI) und dem Espace Mittelland (FR, NE, JU, BE, SO) getragen. Viele Kantone dieser Regionen sind stark exportabhängig und damit entsprechend stärker von der schwächelnden internationalen Konjunktur und handelspolitischen Unsicherheiten betroffen.

Deutliche Unterschiede in der Entwicklung der Berufsgruppen

 Im Jahresvergleich (Q3 2025–Q2 2026 vs. Q3 2024-Q2 2025) zeigt der Schweizer Stellenmarkt ein         differenziertes  Bild  nach  Berufsgruppen.  Die  stärksten  Zunahmen  verzeichnen  die Hochschulberufe Gesundheit (+17%; z.B. Ärzt:innen und Pflegefachkräfte) und Fachkräfte Handwerk und Industrie (+12%; z.B. Polymechaniker:innen, Uhrenmacher:innen), gefolgt von den Fachkräften Büro (+9%; z.B. Sekretariatskräfte, Telefonisten), Hochschulberufe Informatik (+6%; z.B. Softwareentwickler:innen, Fachkräfte für Datenbanken und Netzwerke), Fachkräfte Montage und Hilfskräfte (+4%; z.B. Bediener: innen von Anlagen und Maschinen, Busfahrer:innen und Strassenbahnführer:innen) sowie Führungskräfte (+3%).

Die deutlichsten Einbussen zeigen die Berufsgruppen der Hochschulberufe Naturwissenschaften (-18%; z.B. Chemiker:innen, Biowissenschaftler:innen, Ingenieur:innen), Fachkräfte KV, Verwaltung und Handel (-13%; z.B. Verkaufsfachkräfte, Fachkräfte im Rechnungswesen) sowie Hochschulberufe Wirtschaft (-10%; z.B. Technische Verkaufsfachkräfte, Fachkräfte in Marketing und Werbung). Ebenfalls rückläufig sind die offenen Stellen für Fachkräfte Gastronomie und Verkauf (-9%; z.B. Servicehilfskräfte, Köch:innen und Verkaufskräfte), Hochschulberufe Soziales (-4%; z.B. Lehrer:innen, Anwält:innen), Fachkräfte persönliche Dienstleistungen (-4%; z.B. Fachkräfte Geburtshilfe, Hauswart:innen, Feuerwehrleute), Fachkräfte Technik (-3%; z.B. Maschinenbautechniker:innen, Fluglots:innen) sowie Fachkräfte Bau und Ausbau (-2%; z.B. Schreiner:innen, Bauspengler:innen).

Alterung der Bevölkerung treibt die Nachfrage nach Gesundheitsberufen

Die stärkste Zunahme an ausgeschriebenen Stellen im Jahresvergleich (Q3 2025-Q2 2026 vs. Q3 2024-Q2 2025) verzeichnen die Hochschulberufe Gesundheit (+17%), bedingt durch die Untergruppe der Ärzt:innen, Gesundheitsspezialist:innen (z.B. Physio- und Ergotherapeut:innen oder Apotheker:innen), und Therapeut:innen. Laut Adecco Fachkräftemangel Index Schweiz zählten die Hochschulberufe Gesundheit, wie schon in den Jahren zuvor, auch 2025 zu den Berufsgruppen mit dem grössten Fachkräftemangel.

Ein wesentlicher Treiber des steigenden Bedarfs an Gesundheitsdienstleistungen ist die Alterung der Schweizer Bevölkerung. Gemäss Bevölkerungsszenarien des Bundesamtes für Statistik (BFS) kommen 2025 auf 100 Erwerbspersonen 33 Personen im Rentenalter, bis 2055 steigt diese Zahl auf 45. Gleichzeitig scheiden mit der Pensionierung der Babyboomer-Generation zahlreiche Fachkräfte aus dem Erwerbsleben aus, auch im Gesundheitswesen, was die Zahl unbesetzter Stellen weiter steigen lässt.

Handwerk und Industrie: Belebung durch Bau und Gebäudetechnik

 Im Jahresvergleich ist die Zahl der ausgeschriebenen Stellen für Fachkräfte in Handwerk und Industrie ebenfalls gestiegen (+12%). Diese Zunahme wird insbesondere von Material- und ingenieurtechnischen Fachkräften (z.B. Maschinenbautechniker:innen, Bauführer:innen, Bautechniker:innen) und Elektroinstallateur:innen und -mechaniker:innen getragen, sowie in geringerem Masse von den Schweisser:innen, Metallbauer:innen, Anlagen- und Apparatebauer:innen.

Die positive Entwicklung deutet darauf hin, dass die binnenwirtschaftlich geprägten Bereiche Bau, Gebäudetechnik und Infrastruktur weiterhin eine robuste Nachfrage nach technischen Fachkräften erzeugen. Gemäss dem Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) wuchs die Bautätigkeit im ersten Quartal 2026 um 5.6 Prozent und der Auftragsbestand lag über dem Vorjahresniveau, was auf eine anhaltend hohe Nachfrage nach baunahen Fachkräften hindeutet. Der Anstieg bei den Metallbauer:innen, Anlagen- und Apparatebauer:innen dürfte aber auch auf Nachholeffekte und aufgestaute Aufträge im Metallbereich zu Beginn des Jahres 2026 zurückzuführen sein, begünstigt durch die gegenüber 2025 niedrigeren US-Zölle, insbesondere in der Metallindustrie.

Martin Meyer, VP Adecco Operations Switzerland schätzt die Lage wie folgt ein:

«Die Nachfrage nach technischen Fachkräften bleibt robust. Bauführer:innen, ingenieurtechnische Fachkräfte sowie Elektriker:innen und Elektroniker:innen gehören gemäss Adecco Fachkräftemangelindex 2025 zu den am schwersten zu besetzenden Berufen in der Schweiz. Bau, Gebäudetechnik und Infrastruktur wachsen strukturell, getrieben durch Energiewende, Sanierungen und den Ausbau der Infrastruktur. Der Fachkräftemangel in diesen Berufen bleibt eine zentrale Herausforderung.»

Fachkräfte Büro verzeichnen trotz hoher KI-Exposition einen Stellenzuwachs

 Interessant ist der Anstieg der offenen Stellen für Fachkräfte Büro (+9%) gegenüber dem Vorjahreszeitraum, da diese Berufsgruppe als besonders stark KI-exponiert gilt und einem erhöhten Risiko ausgesetzt ist, ihre Tätigkeiten durch KI verdrängt zu sehen.

Der Anstieg wird vor allem von der Untergruppe der allgemeinen Büro- und Sekretariatskräfte getragen. Ob dieser Zuwachs auf eine anhaltende Arbeitsnachfrage trotz KI-Exposition hindeutet oder konjunkturelle Schwankungen widerspiegelt, lässt sich anhand der vorliegenden Daten nicht abschliessend beurteilen. Kläui & Siegenthaler (2025) zeigen für den Schweizer Arbeitsmarkt, dass in Berufen mit administrativem oder unterstützendem Charakter, wie den allgemeinen Büro- und Sekretariatskräfte, anders als in anderen stark KI-exponierten Berufen, bislang kein überdurchschnittlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit zu beobachten ist. Dies deutet darauf hin, dass Verdrängungseffekte durch KI in diesen Berufen bisher ausgeblieben sind oder sich (noch) nicht im Arbeitsmarkt niederschlagen. Denkbar ist auch, dass KI-Tools allgemeinen Büro- und Sekretariatskräften ermöglichen, ein breiteres Spektrum an administrativen und unterstützenden Aufgaben zu übernehmen, was die Nachfrage nach diesen Berufen kurzfristig sogar stützen könnte.

Informatikberufe verzeichnen wieder einen leichten Stellenzuwachs

 Bemerkenswert ist der leichte Anstieg der offenen Stellen in den Hochschulberufen Informatik (+6%) im Vergleich zur Vorjahresperiode, da diese Berufe angesichts der Fortschritte im Bereich der KI und der seit 2022 zunehmenden Automatisierung entsprechender Tätigkeiten zuletzt eine sinkende Zahl offener Stellen verzeichneten (Kläui & Siegenthaler, 2025). Dieser Anstieg wird von der Untergruppe der Entwickler:innen und Analytiker:innen von Software und Anwendungen getragen, während die Untergruppe der Spezialist:innen für ICT, Datenbanken und Netzwerke im Jahresvergleich sogar eine rückläufige Anzahl offener Stellen aufweist.

Es ist davon auszugehen, dass der Anstieg offener Stellen bei den Entwickler:innen und Analytiker:innen von Software und Anwendungen unter anderem mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Technologien und der fortschreitenden Digitalisierung zusammenhängen.1 So ist die Anzahl Stelleninserate in der Schweiz, die mit KI verbundene Kompetenzen als Anforderungen nennen (z.B. Prompting und Werkzeugnutzung, Dateninterpretation) in sämtlichen Berufsgruppen ausserhalb der Informatik in 2025 gegenüber den Vorjahren gestiegen. Dies dürfte auch den Bedarf an Entwickler:innen und Analytiker:innen von Software und Anwendungen erhöhen, die entsprechende Systeme entwickeln, implementieren und betreiben können. Gleichzeitig ist anzunehmen, dass Fortschritte im Bereich der KI die Produktivität in diesen Berufen steigern und damit den zusätzlichen Personalbedarf zumindest teilweise begrenzen (Alenezi, 2026). Der jüngste Stellenanstieg könnte daher sowohl auf eine steigende Nachfrage nach KI-bezogenen Entwicklungs- und Implementierungskompetenzen als auch auf eine Neubewertung des tatsächlichen Substitutionspotenzials von KI durch Unternehmen zurückzuführen sein. Ob es sich um eine nachhaltige Trendwende handelt, lässt sich derzeit noch nicht beurteilen. Die weitere Entwicklung hängt davon ab, ob die zusätzliche Nachfrage nach Informatikkompetenzen die produktivitätssteigernden Effekte von KI überwiegt.

«Die Entwicklungen in den Berufsgruppen Fachkräfte Büro und Hochschulberufe Informatik könnten erste Anzeichen dafür sein, dass KI nicht nur zu Stellenabbau führt, sondern in einzelnen Fällen auch eine steigende Nachfrage nach Arbeitskräften auslösen kann, selbst in Berufen, die als besonders KI-exponiert gelten. Wie stark dieser Effekt ausfällt, bleibt jedoch offen, da Produktivitätsgewinne durch KI den zusätzlichen Personalbedarf begrenzen dürften » sagt James Peck, VP Switzerland LHH Recruitment Solutions.

1 Ein Bericht des World Economic Forum (2025) zählt Software- und Anwendungsentwickler sowie KI-Spezialisten zu den weltweit am stärksten wachsenden Berufsgruppen und identifiziert KI und Informationsverarbeitung als den wichtigsten technologischen Treiber der Arbeitsmarkttransformation.

Naturwissenschaftliche Berufe verzeichnen die stärksten Stellenrückgänge

 Den deutlichsten Rückgang offener Stellen im Jahresvergleich zeigen die Berufsgruppe der Hochschulberufe Naturwissenschaften (-18%). Dieser Rückgang wird vor allem durch die Untergruppe der Ingenieurwissenschaftler:innen (z.B. Maschinenbau-, Mechatronik- und Systemtechnik- oder Chemieingenieur:innen) und teilweise durch die Biowissenschaftler:innen (z.B. Molekularbiolog:innen, Umweltwissenschaftler:innen), Mathematiker:innen und Statistiker:innen getragen.

Die deutlich rückläufige Nachfrage nach naturwissenschaftlichen und technischen Fachkräften dürfte mit mehreren Faktoren zusammenhängen. Eine wichtige Rolle spielt vermutlich die anhaltende Schwäche der exportorientierten Industrie vor dem Hintergrund der globalen Konjunkturunsicherheit. Insbesondere konjunktursensitive Branchen wie die Maschinen-, Elektro-und Metallindustrie (MEM-Industrie) sowie Teile der verarbeitenden Industrie stehen weiterhin unter Druck. Auch die Pharmabranche könnte zum Rückgang beigetragen haben. Mehrere in der Schweiz tätige Pharmaunternehmen haben in jüngster Zeit umfangreiche Investitionen und den Aufbau zusätzlicher Kapazitäten in den USA angekündigt. Dies könnte die Dynamik bei der Schaffung neuer Stellen am Schweizer Standort gedämpft haben. Darüber hinaus zählen die Untergruppen Mathematiker:innen, Aktuar:innen und Statistiker:innen zu den KI-exponierten Berufen, was die Stellennachfrage weiter dämpfen könnte (Kläui & Siegenthaler, 2025).

Kaufmännische und wirtschaftswissenschaftliche Berufe verlieren weiter an Nachfrage

 Auch die Fachkräfte KV, Verwaltung und Handel (-13%) weisen im Jahresvergleich einen starken Rückgang der ausgeschriebenen Stellen aus, insbesondere getrieben durch die Untergruppe der Kaufmännischen Fachkräfte und Verwaltungsfachkräfte sowie der Verkaufsfachkräfte, Einkäufer und Handelsmakler.

In dieser Berufsgruppe, die seit 2022 konstant weniger Stellenausschreibungen verzeichnet, gibt es Hinweise darauf, dass die Rückgänge neben konjunkturellen Faktoren auch durch KI getrieben sind, da diese Gruppe als sehr stark KI-exponiert gilt (Kläui & Siegenthaler, 2025). Im Gegensatz zu den Fachkräften Büro, die vorwiegend administrative Unterstützungs- und Sachbearbeitungstätigkeiten ausüben, umfassen die Fachkräfte KV, Verwaltung und Handel stärker spezialisierte kaufmännische, administrative und vertriebsbezogene Aufgaben. Die rückläufige Entwicklung in dieser Berufsgruppe könnte darauf hindeuten, dass KI derzeit insbesondere in informationsintensiven kaufmännischen Tätigkeitsfeldern eingesetzt wird. Die vorliegenden Daten erlauben jedoch keine eindeutige Aussage darüber, weshalb sich die Nachfrage nach beiden Berufsgruppen unterschiedlich entwickelt.

 

Ähnliche Gründe dürften auch hinter dem Rückgang der ausgeschriebenen Stellen in den Hochschulberufen Wirtschaft (-10%) stehen. Neben der verhaltenen konjunkturellen Lage könnten dabei auch die zunehmenden Einsatzmöglichkeiten von KI eine Rolle spielen, da viele Berufe dieser Gruppe als besonders KI-exponiert gelten. Diese Entwicklung wird besonders von den Untergruppen der Spezialist:innen im Bereich Finanzen und Betriebswirt:innen und der Spezialist:innen in Vertrieb, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit getragen. Diese Berufe zeichnen sich durch informationsintensive Tätigkeiten aus, die zunehmend durch KI unterstützt werden können.

Dazu Lora Odoni, Area Manager bei Adecco Schweiz:

«Die vorliegenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Auswirkungen von KI weniger von der Berufsbezeichnung als vielmehr von den konkreten Tätigkeitsprofilen abhängen. Selbst innerhalb stark KI-exponierter Berufsgruppen zeigen sich daher unterschiedliche Entwicklungen der Stellennachfrage.»

Fazit: Konjunktur, Demografie und KI prägen die Entwicklung der Berufsgruppen

 Insgesamt zeigt sich der Schweizer Stellenmarkt im Jahresvergleich weitgehend stabil, wobei die Entwicklungen zwischen den Berufsgruppen stark auseinandergehen. Während die schwache internationale Konjunktur und handelspolitische Unsicherheiten exportorientierte Berufe belasten, insbesondere die Hochschulberufe Naturwissenschaften, verzeichnen andere Berufsgruppen einen Zuwachs. Allen voran die Hochschulberufe Gesundheit, getrieben durch die Alterung der Bevölkerung, sowie Fachkräfte Handwerk und Industrie aufgrund der robusten Binnennachfrage. Gleichzeitig deuten die Ergebnisse darauf hin, dass sich die Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz zunehmend im Stellenmarkt widerspiegeln. Die Befunde sprechen jedoch gegen eine pauschale Verdrängung ganzer Berufsgruppen. Vielmehr unterscheiden sich die Entwicklungen selbst innerhalb stark KI-exponierter Berufe erheblich: Während Fachkräfte Büro und Hochschulberufe Informatik zuletzt wieder mehr offene Stellen verzeichneten, setzte sich der Rückgang bei kaufmännischen und wirtschaftswissenschaftlichen Berufen fort. Insgesamt legen die Ergebnisse nahe, dass die Auswirkungen von KI weniger von der Berufsgruppe als vielmehr von den konkreten Tätigkeitsprofilen abhängen.

Methode und Datenbasis

Der Adecco Group Swiss Job Market Index misst die Veränderungen des Stellenangebots − der Zahl der öffentlich ausgeschriebenen Stellen − in der Schweiz. Der Index ist repräsentativ für das gesamte Stellenangebot in Presse*, auf Unternehmenswebseiten sowie in Internet-Stellenportalen. Er stützt sich auf umfassende Auszählungen von Stellenausschreibungen sowie regelmässige Unternehmensbefragungen. Dank der Kooperation mit Adecco kann der durch den SMM erstellte Index seit März 2008 quartalsweise zur Verfügung gestellt werden. Ein PDF-Dokument mit detaillierteren Angaben zur Datengrundlage und Methodik steht am Ende dieser Seite zum Download bereit. Zudem stehen die aktuellen Indexwerte, die jeweils anfangs April, Juli, Oktober, Januar publiziert werden, als Excel-File zur Verfügung**.


* Aufgrund des Bedeutungsverlusts der Presse für Stellenanzeigen fliesst die Anzahl der Stelleninserate in der Presse seit dem 2. Quartal 2018 nicht mehr in die Berechnungen des Adecco Group Swiss Job Market Index ein.
** Da sich der Stellenmarkt stetig wandelt und wir unsere Erhebungsmethoden dementsprechend anpassen und verbessern, kann es vorkommen, dass die aktuell publizierten Zahlen leicht von früher publizierten Zahlen abweichen.

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