Berufliche Ungleichheit in der Entlohnung für die Nachfrage nach verschiedenen Typen von IT-Kenntnissen: 1991-2017

Ist die Nachfrage von Arbeitgebern nach verschiedenen Typen von IT-Kenntnissen, die für die Berufsausübung benötigt werden, mit erhöhter Entlohnung verbunden? Dies dürfte davon abhängen, ob bestimmte IT-Kenntnisse bereits ein zentraler Bestandteil des beruflichen Qualifikationsbündels sind oder ob sie als ein neues Qualifikationselement erst hinzugekommen sind. Die vorliegende Studie schlägt eine differenzierte Konzeptualisierung von IT-Kenntnissen vor, wobei sie die erste ist, die diese Kenntnisse direkt, in jährlichem Rhyth­mus und in Langzeitperspektive misst. Für die Analysen werden die Daten des Stellen­markt-Monitor Schweiz (SMM), ein bis 1950 zurückreichender Datensatz mit jährlichen repräsentativen Stichproben von Stelleninsera­ten in der Presse und online, mit Lohndaten der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) gepaart. Die Ergebnisse zeigen, dass die in einem Beruf neu eingeführten IT-Kenntnisse mit erhöhter Entlohnung ein­hergehen, wäh­rend dies bei IT-Kenntnissen, die integrale Bestandteile des beruflichen Qualifikationsbündels darstellen, nicht der Fall ist. Weil Berufe der digitalen Transformation in ungleichem Masse ausgesetzt sind, entsteht dadurch eine neue, mit IT-Kenntnissen verknüpfte Dimension der beruflichen Ungleichheit in der Entlohnung.