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Fachkräftemangel-Index Schweiz

Fachkräftemangel Index Schweiz 2025: Fachkräftemangel nimmt 2025 das zweite Jahr in Folge spürbar ab

Zürich, 27. November 2025 - Mit der wirtschaftlichen Abkühlung geht der Fachkräftemangel das zweite Jahr in Folge deutlich zurück: Der Fachkräftemangel Index liegt rund 22 Prozent unter dem Vorjahreswert. Besonders gefragt bleiben Fachkräfte im Gesundheits-, Bau- und Technikbereich, während die Nachfrage in Büro-, ICT- und Finanzberufen rückläufig ist.

Nachdem sich der Schweizer Arbeitsmarkt nach zwei ungewöhnlich starken Jahren bereits 2024 dem Niveau vor der Corona-Pandemie angenähert hatte, trübt sich die Lage 2025 erneut spürbar ein. Entsprechend entspannt sich der Fachkräftemangel aufgrund der wirtschaftlichen Abkühlung das zweite Jahr in Folge. Dies zeigt der aktuelle Fachkräftemangel Index Schweiz, die Studie der Adecco Gruppe Schweiz und des Stellenmarkt-Monitor Schweiz (SMM) der Universität Zürich. 2025 liegt der Fachkräftemangel Index rund 22 Prozent unter dem Vorjahreswert und nähert sich damit wieder dem Niveau vor der Corona-Pandemie an.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie:

- Allgemeine Lage: Der Rückgang des Fachkräftemangels zeigt sich einerseits durch die sinkende Anzahl offener Stellen (-8 %) und einer Zunahme an Stellensuchenden (+17 %) gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosenquote steigt von 2.3 % im Jahr 2024 auf 2.8 % im Jahr 2025.

- Immer noch hoher Bedarf im Gesundheitswesen: Die Berufsgruppe der Spezialist:innen in Gesundheitsberufen (z. B. Fachärzt:innen, Pflegefachkräfte oder Apotheker:innen) führen auch dieses Jahr das Fachkräftemangel-Ranking an.

- Fachkräfteüberangebot in den meisten Berufsgruppen: Deutliche Rückgänge beim Fachkräftemangel Index zeigen sich bei Büro-, Verwaltungs- und kaufmännischen Fachkräften sowie bei ICT- und Informatikberufen. Beide Gruppen gelten laut aktuellen Studien als besonders stark gegenüber KI exponiert.

Marcel Keller, Country President Adecco Gruppe Schweiz, kommentiert: «Nachdem der Schweizer Arbeitsmarkt bereits im Jahr 2024 an Dynamik verloren hatte, kühlt er sich im Jahr 2025 nochmals deutlich ab. Eine schwache Exportnachfrage, verhaltene Investitionen und wirtschaftliche Unsicherheiten dämpfen die Beschäftigungsdynamik, während der private Konsum stabilisierend wirkt. Gleichzeitig verändert der verstärkte Einsatz von KI bereits jetzt die Arbeitswelt: KI-exponiertere Jobs verzeichnen weniger Stellenausschreibungen und höhere Arbeitslosigkeit. All diese Faktoren haben den Fachkräftemangel spürbar entspannt - vor allem, weil die Zahl der Stellensuchenden stärker zunimmt als die der offenen Stellen».

Fachkräftemangel besteht nur in wenigen Berufsgruppen

Im Jahr 2025 sind nur noch 4 der 32 Berufsgruppen vom Fachkräftemangel betroffen. Die Spitzenränge des Fachkräftemangel-Rankings bleiben dabei weitgehend stabil:

• Rang 1: An der Spitze stehen weiterhin die Spezialist:innen in Gesundheitsberufen (z. B. Fachärzt:innen, Pflegefachkräfte oder Apotheker:innen), unter anderem bedingt durch die alternde Bevölkerung.

• Rang 2: Unverändert folgen an zweiter Stelle die Bauführer:innen, Polier:innen und Produktionsleiter:innen (z. B. Bauleiter:innen, Malerpolier:innen, Maschinenbauleiter:innen oder Elektrotechniker:innen), durch einen erhöhten Personalbedarf der Baubranche dank robuster Auftragslage.

• Rang 3: Die ingenieurtechnischen und vergleichbaren Fachkräfte (z. B. Maschinenbautechniker:innen, Techniker:innen im Bereich Systemtechnik, Automation und Unternehmensprozesse) rücken 2025 um eine Position nach vorne auf die dritte Position, trotz der herausfordernden Geschäftslage der MEM-Industrie aufgrund der schwachen Exportnachfrage.

• Rang 4: Elektriker:innen und Elektroniker:innen (z. B. Elektromonteur:innen, Elektromechaniker:innen oder Kundendiensttechniker:innen) folgen auf dem vierten Platz. Die Nachfrage dürfte grösstenteils durch die gute Auftragslage der Baubranche getrieben sein.

Insgesamt zeigt sich jedoch, dass der Fachkräftemangel in allen vier Berufsgruppen im Vergleich zum Vorjahr abgenommen hat. Dazu Martin Meyer, VP Adecco Operations Switzerland: «Der Fachkräftemangel hat sich deutlich abgeschwächt und konzentriert sich nur noch auf wenige Berufsgruppen. Besonders im Gesundheitswesen und Baugewerbe bleibt die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften hoch, während viele andere Branchen wieder ein ausgeglicheneres Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage verzeichnen.»

Demografischer Wandel verstärkt Fachkräftemangel im Gesundheitswesen

Die Berufsgruppe der Spezialist:innen im Gesundheitsbereich, etwa Ärzt:innen, Pflegefachkräfte oder Physiotherapeut:innen, steht seit 2022 unangefochten an der Spitze des Fachkräftemangel-Rankings. Ein Grund für diese anhaltende Spitzenposition dürfte die zunehmende Alterung der Bevölkerung und die gesteigerte Lebenserwartung sein sowie der damit einhergehende erhöhte Bedarf im Gesundheits- und Pflegebereich.

Entsprechend bewegt sich auch die Berufsgruppe der Gesundheitsassistenzen, wie z.B. Fachkräfte Gesundheit und Pflege oder Rettungsdienstpersonal, im Vergleich zum Vorjahr weiter in Richtung Fachkräftemangel. Dennoch verzeichnen beide Berufsgruppen im Vergleich zum Vorjahr leicht weniger offene Stellen pro stellensuchende Person, was auf den anhaltenden Kostendruck im Gesundheitswesen zurückzuführen sein dürfte.

Deutlichste Rückgänge bei KI-exponierten Büro-, ICT- und Finanzberufen

Die stärksten Rückgänge bei der Anzahl Stellenausschreibungen pro stellensuchende Person verzeichnen die Büro-, Verwaltungs- und kaufmännischen Fachkräfte sowie die ICT- und Informatikberufe, insbesondere die kaufmännischen und Verwaltungsfachkräfte (-7 Ränge; z. B. Fachkräfte in Sozialverwaltung und -versicherung oder Polizeikommissar:innen und Kriminalbeamt:innen) sowie die Informations- und Kommunikationstechniker:innen (-6 Ränge; z. B. Techniker für Computernetzwerke und -systeme oder Webmaster). Solche Berufsgruppen werden besonders stark durch die Entwicklungen rund um KI beeinflusst und sind damit wahrscheinlich stärker von sinkenden Stellenzahlen und steigender Arbeitslosigkeit betroffen.

Baugewerbe bleibt stabil

Während der Grossteil der Berufsgruppen weniger ausgeschriebene Stellen verzeichnen, weisen drei Gruppen ein stabiles Verhältnis von offenen Stellen und Stellensuchenden: Bediener:innen stationärer Anlagen und Maschinen & Montageberufe (z. B. Maschinenführer:innen, Gerätemonteur:innen oder Betriebsmonteur:innen), Fahrzeugführer:innen und Bediener:innen mobiler Anlagen (z. B. Führer:innen von Erdbewegungs- und verwandten Maschinen, Strassenbau und Baumaschinen oder Fahrer:innen schwerer Lastkraftwagen) sowie Bau- und Ausbaufachkräfte (z. B. Zimmerleute, Dachdecker:innen, Boden- und Fliesenleger:innen, Bauspengler:innen und Sanitär- und Heizungsinstallateur:innene). Alle Berufsgruppen sind eng mit dem Baugewerbe verbunden, das laut Branchenberichten zunehmend unter Fachkräftemangel leidet.

Berufsgruppen mit Fachkräfteüberangebot

Deutliche Rückgänge beim Fachkräftemangel zeigen sich bei Büro-, Verwaltungs- und kaufmännischen Fachkräften sowie bei ICT- und Informatikberufen. Dazu zählen wie ähnlich wie im Vorjahr:

• personenbezogenen Dienstleistungsberufe (z. B. Hauswart:innen und Hauswirtschaftsleiter:innen)

• allgemeinen Büro- und Sekretariatskräfte (z. B. Bürokräfte im Personalwesen oder Datenerfasser:innen)

• Bürokräfte mit Kundenkontakt (z. B. Schalterbedienstete und Fachkräfte im Bereich Finanzdienstleistungen)

• Hilfsarbeitskräfte (z. B. Reinigungspersonal oder Hilfsarbeiter:innen in Transport und Lager)

• Einen markanten Abstieg im Ranking gegenüber dem Vorjahr verzeichnen auch die kaufmännischen und Verwaltungsfachkräfte (z. B. Fachkräfte in Sozialverwaltung und -versicherung oder Polizeikommissar:innen und Kriminalbeamt:innen), die von Rang 21 auf Rang 28 zurückfallen.

Sprachregionen: Stärkere Entspannung des Fachkräftemangels in der Deutschschweiz

Der Fachkräftemangel nahm 2025 in der Deutschschweiz (-23 %) und in der lateinischen Schweiz (-17 %) das zweite Jahr in Folge ab und liegt damit leicht unter dem Niveau von 2019. In der Deutschschweiz bleibt er vor allem in Gesundheits-, Bau- und technischen Berufen spürbar, während die Nachfrage Büro-, ICT- und Finanzberufen dämpfen. In der lateinischen Schweiz zeigt sich der Arbeitsmarkt weitgehend entspannt. Lediglich Gesundheitsberufe verzeichnen weiterhin einen klaren Mangel, wobei auch handwerkliche und Betreuungsberufe einen deutlichen Anstieg der Anzahl offener Stellen pro stellungsuchende Person verzeichnen.

Zur kompletten Studie inkl. regionalen Entwicklungen: Adecco Fachkräftemangel Index 2025

 

Über den Fachkräftemangel-Index Schweiz

In Zusammenarbeit mit dem Stellenmarkt-Monitor Schweiz (SMM) am Soziologischen Institut der Universität Zürich veröffentlicht die Adecco Group Schweiz jährlich je eine umfassende und eine Kurz-Studie zum Fachkräftemangel in der Schweiz.  Die wissenschaftlich fundierten Fachkräftemangel-Studien zeigen auf, in welchen Berufen die Zahl der Vakanzen im Vergleich zu den Stellensuchenden besonders gross und in welchen besonders klein ist. Zudem ermöglichen langjährige Zeitvergleiche das Erkennen von Verschärfungen und Abschwächungen im Fachkräftemangel pro Beruf.

Weiterführende Informationen

adecco group

Fachkräftemangel-Index Schweiz (Alle Publikationen)

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Adecco Group Swiss Job Market Index

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